09.03.2016 Dakhla – versteckte Düne (Mauretanien) 2: Niemandsland, Autowracks und Dünen

Hi ihr Leut,

leider hatten wir die letzten Tage kein Internet Zugang und Sandro’s und mein Handy haben einen Totalausfall… Deshalb habt ihr die letzten Tage nix von uns gehört. Aber wir haben weiter geschrieben und ich versuch die Blogs jetzt nach einander los zu schießen… Viel Spaß!!

Hallo zusammen,

Wir haben unsere letzten Dirham bis auf einen kleinen Rest ausgegeben sind und vor uns liegen noch rund 100 km bis zur Grenze. Wir fahren Kolonne. Das macht die Sache nicht aufregender hier in der Gegend. Immer wieder müssen anhalten, nicht wegen etwaiger Probleme mit den Autos, nein es sind immer wieder Pinkelpausen! Ein tolles Bild eine riesige Kolonne von rund 50 Autos und daneben eine riesige Kolonne von etwa der selben Menge von Pinklern (die Fahrer sind beim nächsten Stopp dran! J). Ach ja und streng getrennt nach Geschlechter, rechts der Straße die Kerle und links der Straße die Mädels! Wo sich die Kerle über die ganze Länge der Kolonne auf stellen, konzentrieren sich die Mädels alle an einen Busch auf der linken Seite, Da kann’s trotz dem Halt wegen en Fußmarsch vom Ende der Kolonne schon mal eng werden! Egal, nach etwa zwei Stunden sind wir an der marokkanischen Grenze. Die Ausreise ein letztes Mal geben wir unser „fiche“, unsere Teamauskunft, ab. Wir geben unsere Pässe ab um die Ausreise zu quittieren ab; Detlef meldet sich nur noch mal beim Zoll, so dass auch die „Ausreise“ unseres Schneemanns bestätigt wird und wir fahren durch den Schlagbaum! Von der Straße runter auf einen Feldweg!! Nein, besser einfach Niemandsland! Und wenn ich sage Niemandsland dann meine ich auch Niemandsland!!! Tatsächlich ist die Straße gar nicht zu erkennen! Die Autos vor uns und einige Reifenspuren zeigen uns den Weg. Sand, Schotter, Felsen und Büsche sind hier auf der Stra…, nein auf dem Pfad. Es ist ja nicht so als ob wenige diesen Grenzübergang nutzen, hier fahren regelmäßig 40-Tonner durch. Aber es ist die wirklich erste Off-Road-Strecke die wir hier fahren!! Unglaublich. Neben der Strecke Unmengen von Müll und Autowracks! Es ist wirklich unfassbar! Und dieses Stück Erde gehört wirklich Niemanden! Und es Niemanden gehört kümmert sich auch Niemand darum!!! Es heißt dass es östlich von hier immer noch Minen gibt, die niemals geräumt wurden. Also heißt das für uns niemals links der Strecke pinkeln! Aber das bedeutet nur für die Mädels eine Umstellung. Trotz dieser ganzen Umstände hier gibt es hier Menschen, die auch hier wohnen. In irgendwelche Baracken, alten Wohnanhängern notdürftig zusammen geschustert. Die Leute leben hier von dem Zeug das hier liegen bleibt. All das Zeug das im Niemandsland liegen bleibt gehört auch Niemand, und diese Leute sind Niemand. Das Zeug und die Autos die entweder nach Mauretanien oder in Marokko nicht eingeführt werden dürfen und für die der Transport zurück zu teuer ist bleiben hier und werden von diesen Leuten ausgeschlachtet und irgendwo vertickt. Von irgendwas müssen sie ja leben.

Dieser Streifen, „Neverland“, ist, ich schätze mal, 3 km breit und erst danach erreicht man die mauretanische Grenze. Für dieses Stück benötigen wir alles im Allen ne gute Stunde! Nun geht’s los wir wollen in das Land einreisen vor dem das Auswertige Amt immer warnt dort Urlaub zu machen. Es beginnt mit warten in der Autoschlange. Als erstes werden wir von einem Haufen „Looky-Looky-Männer“ begrüßt die uns Telefonkarten, Zigaretten, Handies und die neue Währung verkaufen wollen. Die Grenzer sehen auch etwas anderes aus als die marokkanischen Zöllner und Polizisten in ihren „Fassnachts Uniformen“, an der mauretanischen Grenze trägt man Turban und diesen Kaftan. Die Soldaten in oliv grün, die was zu melden haben in weiß und blau mit Stickereien, auch schwarzer Anzug mit schwarzem Turban geht! Aber unsere Warterei geht weiter…es dauert und dauert, immer wieder hinter die Hütte zum Pinkeln, auch hier liegen Unmengen von Schrott und Müll. Die ganze Prozedur dauert, dann endlich wir dürfen unsere Pässe abgeben. Und es dauert schon wieder. Jetzt wird es ab spannend… irgendein Grenzer fragt uns nah unseren Pässen!?!?! Hier geht’s auch drunter und drüber. Der eine weiß nicht was der andere tut. Die Sache klärt sich und wir dürfen jetzt Schlange-Stehen, jetzt persönlich! Endlich werden wir jeder nach einander auf gerufen, freundlich schauen Fingerabdrücke einscannen, Daumenabdrücke und Gesicht gescannt. Geschafft!!!!

Ab in die Autos und auf der Straße sammeln (hier ist auch wieder ne asphaltierte Straße).Das Ganze hat etwa vier Stunden gedauert, und die Orgs meinen das war schnell und recht schmerzfrei, zu Mal zwei Teilnehmer noch ein Visum hier an der Grenze benötigten Nach dem nun die ganze Kolonne wieder komplett ist, starten wir zu unserem ersten Ziel in Mauretanien, das erste Wüsten Camp. Noch gut hundert Kilometer Asphalt und dann ab in den Sand! Nach einer weiteren Stunde erreichen wir im Dunkeln auch das Camp. Geschafft!!! Willkommen in der Sahara!!!

Fazit: Trotz der ganzen Einreiseformalitäten sind wir immer noch heiß auf den größten Sandkasten der Welt!!!!!

Gruß… Euer Team Schmanddippe