15.03.2016 Nouakchott – Saint Louis: Glück im Unglück und ab in den Senegal

Hallo zusammen,
heute Morgen fahren wir schon um 8 Uhr los. Wir haben zwar nur wenige Kilometer, rund 350 km, zu fahren aber zum einen müssen wir an der Grenze aus Mauretanien ausreisen, mit all den Formalitäten und zum anderen in den Senegal einreisen und dort werden wir quasi vom Zoll eskortiert! Die werden uns durch den ganzen Senegal begleiten!! Zu allem Überfluß werden die Straßen ab jetzt noch schlechter, „Veteranen“ sagen Rüttelpisten und ein Schlaglochbingo erwarten uns!! Es wird nicht die Frage sein ob wir durch ein Schlagloch fahren sondern wie stark wird der Einschlag werden!! Schlaglöcher so groß wie Autos! Also eine Fahrzeuglänge lang und einhalbe Fahrzeugbreite breit und mehrere Zentimeter tief!!! Wir sind gespannt. Die Gendarmerie, die uns zum Campingplatz begleitet hat, wird ausgetauscht und die „Städter“ übernehmen den Job uns durch die Hauptstadt Mauretanien zu lotsen. Man hat das Gefühl die städtischen Gendarmen sind froh uns wieder los zu sein, diese Kolonne von bekloppten Deutschen! Wir fahren eine Weile noch durch die Randbezirke bis wir endlich die Stadtgrenze überschreiten und uns die Gendarmen verlassen. Jetzt sind wir auf dem Weg zur Grenze, rund 150 km! Das sollten wir in gut zwei Stunden schaffen, um dort wieder mindestens vier Stunden zu verbringen – befürchten wir! Aber es kommt anders!!! Nach gut 1,5 Stunden… STOP!!!! Über Funk: „Der Lupo hat einen Unfall!!! Is in den Gegenverkehr gefahren!!“… !?!??!?!?! DER LUPO?!?!? Der hängt doch am Strick!!!! „Keine Verletzten!!! Weder im verwickelten Taxi, das 20 m von der Straße in eine Sanddüne „gesprungen“ ist, noch bei Mike aus dem Lupo!!!“ Das ist erst mal das wichtigste!!! Keine Verletzte!!!! Das Taxi war voll besetzt und trotzdem nix an Leib und Seele passiert!!Puh! Aber jetzt noch mal zum Lupo… DER HING DOCH AM SEIL!!! Wie geht das?!?! Hat das Taxi Überholt? Und ist Dann in den Gegenverkehr geraten? Nach einer Weile und der ein oder anderen Runde „Stille Post“ steht’s fest… Bei der letzten kurzen Pinkelpause hat Mike instinktive den Schlüssel abgezogen… und dann bei der Weiterfahrt natürlich nicht wieder zurück ins Zündschloss gesteckt!!! Die Strecke geht etliche Kilometer kerzengeradeaus und dann ein Schlagloch dem man ausweichen muss!! Und das Lenkradschloss raset ein!!!! Und ausgerechnet jetzt, etliche Minuten lang kam nicht eins, kommt ein Auto entgegen!!! Der Lupo erwischt das Taxi, zum Glück, nur am Heck, der Fahrer schafft es noch gegen zu lenken und schießt 20 m neben der Straße in eine Sanddüne!! Der Lupo bleibt auf der linken Seite der Straße im Graben stehen! Noch mal… SCHWEIN GEHABT!! Kein Mensch verletzt! Das hätte auch anders ausgehen können. Bei einem Frontalcrash… nicht drüber nachdenken!! Oder der Taxi Fahrer hätte nicht reagiert und wäre in unsere Kolonne gerauscht!!!! Ich sag noch mal… nicht drüber nachdenken!!! Aber jetzt heißt es erst mal warten auf die Gendarmerie und dann… Schaun mer mal….
Nach dem der Schaden bei dem afrikanischen Taxi bezahlt war, geht e dann problemlos weiter…, wir sind wieder auf dem Weg. Die Vegetation ändert sich nun langsam aber doch bemerkenswert… Die reinen Sand und Geröllfeldern sind nun schon wieder mit Bäumen bewachsen und langsam nähern wir uns dem Senegal River, dem Grenzfluss zum Senegal. Sogar die ersten Äffchen huschen über die Straße, Warzenschweine im Schilf, nur die Kamele werden weniger… Den Fluss erreicht fahren wir auf dem Deich des Flusses nach Westen, am Grenzübergang Rosso reisen wir im Senegal ein und fahren dann weiter Kolonne nach Saint Louis unserem Ziel. Was man sagen kann ist das der Senegal augenscheinlich wesentlich reicher ist als Mauretanien, das liegt wohl essenziell am Wasser und was da durch möglich ist. Der Senegal ist wesentlich grüner als alles was wir in Mauretanien gesehen haben. Und da durch ist auch mehr Geld für Straßenbau übrig; das ist es was wir natürlich sofort merken! Das Schlagloch Bingo hat vor erst ein Ende!!
Am Abend erreichen wir dann endlich Saint Louis und freuen uns auf ein Hotel!!! Es liegt natürlich am anderen Ende der Stadt und wir müssen die ganze Stadt durchqueren und da der Präsident auf Wahlkampftour ist werden wir durch die Hintergassen gelotst, ein schöner Einblick in das was man Großstadt nennt in Afrika! Und dann das Hotel!! Duschen!! Heißes Wasser!!! Ein Klo!!! Klopapier!!! Und das alles am Zimmer!!! Juhuh!! Keine Abwurfschächte!!! Klasse. Auf was man sich alles freuen kann wenn man eine kurze Weile drauf verzichtet hat.
Willkommen im Luxus!
Gruß… Euer Team Schmanddippe

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